Wie es anfing

Renn- und Sportwagen aus dem bündnerischen Trun? Ja das gibts, denn zwei Visionäre haben den Schweizer Vertrieb von Radical Sportscars in das Bündner Oberland geholt.

Von Hanspeter Rennhard

Wer im Dorf Trun im Bündner Oberland einfährt, traut seinen Augen nicht. Rechts der Kantonsstrasse steht seit kurzer Zeit ein hochmodernes kubisches Gebäude, was man in einem Bergdorf so kaum erwartet. Es handelt sich um die Radical Sportscars Schweiz GmbH. Initianten dieses Kleinunternehmens sind Claudio Albin und Pieder Decurtins. Zwei Leute mit Benzin im Blut, gelernte Automechaniker und beide in Trun aufgewachsen, haben sich 2002 zusammengetan, um etwas Verrücktes zu machen.

Den müssen wir haben…

«Wir waren in England und haben erstmals einen solchen Radical-Sportwagen gesehen. Der Entscheid war schnell klar, dieses Auto wollen wir haben und in der Schweiz anbieten», so Pieder Decurtins. Beide haben schon zuvor am Rennsport geschnuppert, wobei Decurtins während vier Saisons (1990 bis 1993) die Deutsche Formel-Ford-Meisterschaft bestritt. Die Idee mit Radical setzen die beiden Bündner Oberländer in den folgenden Jahren in die Tat um. Bisher haben die beiden dank viel Herzblut und Idealismus (von Geld verdienen spricht niemand …) in der Schweiz rund 45 Radical verkauft. Auf die Strasse kamen diese Autos nicht, ihr Einsatzgebiet waren verschiedene Rennstrecken, wo die Radical-Eigner ihre Liebe zum Motorsport und schnellem Autofahren ausleben konnten. Und dies ohne von einem Radar geblitzt zu werden und dem Risiko von happigen Bussen und dem Verlust des Fahrausweises. Das Kleinunternehmen in Trun organisiert solche Events (etwa ein Dutzend pro Jahr) und betreut die Fahrer und die Autos.

Sehr mutiger schritt

Bisher war Radical Schweiz in Trun an drei verschiedenen Orten untergebracht, was natürlich nicht befriedigte. Claudio Albin und Pieder Decurtins entschlossen sich deshalb, mit mutigem Blick in die Zukunft, einen Neubau zu realisieren, der in Darvella/ Trun für rund 1,25 Mio. Franken entstanden ist und soeben eröffnet wurde. Ein moderner Bau mit 468 Quadratmetern Grundfläche. Im Parterre befindet sich der Showroom und die klinisch saubere Werkstatt, das Büro, die Waschanlage, das Ersatzteillager sowie Nebenräume. Im oberen Stockwerk mit rund 280 m2 sind die Kundenwagen eingelagert. Im Moment werden zwei Leute beschäftigt, Geschäftsführer ist Automobil-Ingenieur Noah Wasescha. Die beiden Drahtzieher verdienen ihr Geld andernorts: Pieder Decurtins ist Generalagent einer Versicherung, Claudio Albin führt die vom Vater übernommene und nebenan gelegene Subaru-Garage.

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